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Stirb schnell Teil I

Sag mir wo die Schmetterlinge sind, wo sind sie geblieben?

Lassen sie mich vorweg sagen, das die Corona Krise einen Naturfotografen/in nicht ausgebremst hat. Wir hatten zu keiner Zeit Ausgangssperre, lediglich der Abstand sollte eingehalten und Menschenansammlungen mussten vermieden werden. So konnten wir an allen Tagen Ausflüge in die Natur vornehmen, einige Gebiete wie das Steinhuder Meer waren und werden auch teilweise heute noch für Tagestouristen gesperrt. Ist auch verständlich, denn wenn man sieht wie die Menschen sich über die Brücken drängeln, ist Abstand halten nicht möglich. 

 

Es soll in meinem Blog aber nicht um die Corona Krise gehen, sondern um die Natur und ihre noch überlebenden Bewohner. Was habe ich gefunden in Niedersachsen, dem Agrarland Nr. 1 in Deutschland?  ERSCHRECKEND, weniger als im Jahr zuvor. Die Randstreifen waren im letzten Jahr bunt gesät, dieses Jahr ist auch hier Monokultur angesagt. Der hübsche Klatschmohn blüht in ganz Deutschland an den Ackerrändern, In der Bienenweide summt es beschwingt vor sich hin. Doch was brauchen Schmetterlinge und Käfer zum überleben? Kräuter und Futterpflanzen für die Raupen. Es ist also kein Wunder das wir kaum Schmetterlinge finden werden, den Klatschmohn mögen Falter nicht. Er ist vielmehr Alibi für die Landwirte um uns Naturliebhaber zu besänftigen, wir sollen von dem schönen rot getäuscht werden, glauben die Landwirte tun was für die Natur. 😜 Es ist die selbe Monokultur wie auf ihren Feldern. Zwischendrin finde ich Margeriten in den Wiesen, die zum großen Teil vom NABU eingebracht wurden. Wo sind denn bitte die Schmetterlinge hin? Man siehe neben dran die Rapsfelder blühen, ach ja, da war doch was mit dem Glyphosat, Unkrautvernichter und weg sind die Futterpflanzen vieler Schmetterlings-und Käferarten. Margeriten alleine machen noch keinen Schmetterlingsseegen, es braucht auch Pflanzen zur Eiablage wo die Raupen sich dann ernähren können. 

 

Doch nicht alleine die Landwirtschaft ist für Artensterben verantwortlich, die Bahn ebenfalls. 

Größter Einzelverbraucher ist die Bahn! 33.500 Kilometer!!! 

„Glyphosat ist für uns der entscheidende Wirkstoff, um die Sicherheit im Schienenverkehr zu garantieren, sagt Felix Gerhardt, der nicht irgendein Feld beackert, sondern die Bahngleise. 

 

Weg sind die Brennnesseln und Disteln, sollen ja schädlich sein für das Wachstum der Kräuter sein, so eine Dame des Nabu Vorstand. Ich schüttele den Kopf, als ich diese wieder treffe und sie meckert das alles nach wächst, man habe schließlich auch die Wurzeln entfernen lassen. Da wächst nicht die Distel nach, sondern hohe Gräser die dicht stehen und es den Kräutern nun nicht mehr gestatten zu wachsen. Was früher Feuchtigkeitsspender für kleine Gewächse war ist heute einer Steppe in Arizona gleich, nur kleiner und noch ohne Kakteen. 😎

 

Als ich anfing, in dem Gebiet zwischen Deister und Hannover, Schmetterlinge zu fotografieren und zu zählen gab es dort viele Arten:

Schachbrettfalter

Hauhechel Bläulinge

Scheckenfalter

Distefalter

Tagpfauenauge

Kohlweißlinge

Rapsweißlinge

Aurorafalter

Admiral

Sechsfleck-Widderchen

Schorsteinfeger

Waldbrettspiel

Kleines Wiesenvögelchen

Großes Ochsenauge 

Braunkolbiger Dickkoffalter

Rostfarbiger Dickkopffalter

Zitronenfalter

C Falter

Erste und zweite Generation Landkärtchen 

auch viele Nachtfalter! 

 

Vorweg, es gibt 215 Schmetterlingsarten, Tagfalter inklusive der tagaktiven Widderchen in Deutschland, nachfolgend was ich im Frühling gefunden habe. 😥

 

 

mehr als 100      Aurora Falter

weniger als 100  Kohlweißlinge

3 Scheckenfalter

1 kleiner Fuchs

1 Admiral

weniger als 100  Zitronenfalter

ist die bisherige traurige Bilanz an den Rändern von Hannover. 


Das Kleine Wiesenvögelchen ist vom letzten Jahr!
Das Kleine Wiesenvögelchen ist vom letzten Jahr!

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Kommentare: 2
  • #1

    Walter Reinl (Sonntag, 14 Juni 2020 16:18)

    Das ist so Traurig und erschreckend wie schnell das von statten geht, bei uns ist es ganz genau so Christiane. Zu beginn waren einige kleine Füchse und Zitronenfalter unterwegs, dann kamen eine Hand voll C-Falter. Aurorafalter waren sehr wenig und Tagpfauenauge habe ich zwei Exemplare gesehen. Einige Tintenfleck und ein paar Grünader Weißlinge, Den Goldenen Scheckenfalter und ein Par Arten von Dickkopffaltern sind noch am Fliegen. Wobei der Gelbwürfelige Dickkopffalter zurzeit mit den meisten Exemplaren dominiert. Lankärtchen war auch nur ein einziges zu sehen und ein Faulbaumbläuling. Vor zwei Wochen war ich in den Lechheiden bei Augsburg, aber außer einigen Postillion und Weißbindigen Wiesenvögelchen war auch dort nichts zu finden. Ein Grund dürfte auch darin liegen, dass die Pflanzen immer früher blühen und wenn dann die Falter erscheinen sind Ihre Futterpflanzen schon verblüht. Der Klimawandel ist aber leider nicht mehr aufzuhalten.
    Liebe Grüße Walter

  • #2

    Anne Reimers (Sonntag, 14 Juni 2020 16:41)

    Mir wird ganz Angst und Bange, wohin wird es uns bringen? Werden wir bald nichts mehr zu essen auf den Tellern haben? Wir werden wohl noch satt, aber unsere Enkelkinder vielleicht nicht mehr.
    Ich bewundere ihre Arbeiten!
    Liebe Grüße
    Anne